Suche

Über die Achterbahnfahrt der Gefühle — und wie ich damit umgehe

Als ich vorgestern mit einer Freundin im Grunewald spazieren ging, erzählte ich ihr von meinen letzten zwei sehr, sehr intensiven Wochen. Es war wirklich erstaunlich, wie gut sie nachvollziehen konnte, wie es mir erging. Sie hatte etwas sehr Ähnliches erlebt und ich frage mich, ob es dir wohl auch so ging?

Ich fuhr durch eine emotionale Achterbahn aus Traurigkeit, Gereiztheit, Wut, Müdigkeit und auch Glückseligkeit. Diese Emotionen haben sich teilweise sehr überwältigend angefühlt. Große Fragen kamen auf, wie: Macht das alles überhaupt noch Sinn, was ich tue? Teilweise hätte ich am liebsten alles hingeschmissen und nochmal von vorne angefangen. Was mich rückwirkend betrachtet etwas amüsiert, weil ich, zumindest teilweise, genau das gerade tue. Neu anfangen.


Wie so oft mussten wir in diesen letzten Wochen durch diese Achterbahn der Gefühle gehen, um alten Ballast loszulassen und damit Platz für etwas Neues zu machen.

Nachdem die Fahrt vorüber war, kamen sie dann auch. Die Erkenntnisse. Die neuen Sichtweisen und die tiefen, inneren Veränderungen, die sich irgendwie einfach in mir entfaltet haben.

In dieser aufwühlenden Zeit begann ich meinen Tag meistens damit länger zu schlafen und nach dem Aufwachen erstmal nur im Bett zu bleiben, um aus dem Fenster zu sehen und mich zu fragen, was es ist, dass ich jetzt gerade am meisten brauche, um mich liebevoll zu unterstützen und den Raum zu halten.


Oft war es nur dazuliegen oder nach meinem Journal zu greifen, um zu schreiben. Manchmal einen Kakao zu trinken und dabei ein Buch zu lesen.



Was mir in solchen Phasen außerdem ganz besonders hilft, ist zur Seite zu treten und zu beobachten. Das bedeutet für mich:

↠ viel Zeit in der Natur zu verbringen. ↠ keine (neuen) Informationen aufzunehmen. ↠ keine Bücher, keinen Podcast. ↠ Raum zu schaffen, um einfach nur zu sein. ↠ Dasitzen im Park, einem Café oder meinem Bett. ↠ zu schreiben, viel zu schreiben, um auch in meinem Inneren den Platz freizumachen.

Diese zwei Wochen waren wirklich brutal für mich, aber gleichzeitig auch so reinigend. Ich konnte förmlich spüren, wie ich in eine neue Version meiner selbst wachse. Wie ich Schichten meines alten Selbst abfallen lasse. Wie alte Wunden heilen. Wie sich etwas in mir und auch in meiner Wahrnehmung verschiebt.

Das war nur möglich, weil ich Raum geschaffen und es ganz bewusst geschehen lassen habe.

Manchmal gibt es für uns nicht mehr zu tun, als das. Manchmal müssen wir einfach nur beiseite treten, um geschehen zu lassen, was geschehen möchte.

Mehr nicht.

18 Ansichten