Eine Handvoll Bücher


Mehr sind nicht übrig. Sie wegzugeben war lange genauso unvorstellbar für mich, wie mich von meinen Tagebüchern zu lösen.


Auch hier hielt mich an mehr als nur an den Büchern fest und mir wurde auch schnell klar woran...


Ich hatte Angst, dass ich, wenn ich sie weggebe, mit ihnen all das Wissen, das ich gesammelt hatte, verlieren würde. Meine Bücher gaben mir ein Gefühl der Sicherheit. Verrückt, an was wir uns alles emotional binden können, nicht wahr?


Mit jedem Blick auf das Regal und all die Kisten, konnte ich ihr Gewicht spüren — im wahrsten und im übertragenen Sinn. Also entschied ich mich darauf zu vertrauen, dass ich weiß, was ich wissen muss und das alles, was ich vergessen habe, wieder seinen Weg zu mir finden würde, sofern ich es irgendwann brauchen sollte.

So schleppte ich einige schwere Pakete zur Post und behielt etwa10 Stück — vorerst. Ich habe beschlossen mir einen eBook-Reader zuzulegen, denn der ist nicht nur leichter, sondern auch praktischer für einen Bücherwurm wie mich. (Als Alternative versteht sich! Ganz ohne echte Bücher geht es definitiv nicht!)

Ich bringe also im wahrsten Sinne des Wortes mehr Leichtigkeit in mein Leben.



Loslassen ist in allererster Linie ein innerer Prozess, der sich auch im Außen zeigen kann, z. B. durch solch praktische Handlungen wie das Trennen von Tagebüchern oder anderen Dingen. Es gibt keinen fünf Schritte Plan, den wir systematisch abarbeiten können, um Loszulassen, und doch können wir uns diesem Prozess ganz bewusst hingeben.

  • Ich erkenne, woran ich mich festhalte.

  • Ich vergebe mir dafür, dass ich mich festhalte.

  • Ich fühle jede einzelne Emotion, die sich zeigt.

  • Ich akzeptiere radikal, was war und was ist.

  • Ich vergebe allen, die involviert sind.

  • Ich lasse los.


Dieser Prozess ist fließend und wechselt hin und her zwischen den einzelnen "Schritten", solange, bis ich irgendwann an den Ort gelange, an dem Loslassen möglich ist. Das kann Minuten, Stunden, Tage oder auch Wochen dauern. Das kommt ganz auf die Situation an.

Der Prozess an sich ist simpel, aber du musst es wollen und bereit sein durch die Emotionen zu gehen, die sich zeigen.

Irgendwann gehen diese "Schritte" in dich über, sodass du nicht mehr bewusst darüber nachdenken musst, weil sie für dich ganz natürlich geworden sind. Unterstützen kannst du das Ganze in dem du bspw. darüber schreibst, mit deinem Körper arbeitest oder mit jemandem darüber sprichst, wenn sich das für dich richtig anfühlt.

Wenn du dein wahres Selbst finden und leben möchtest, dann musst du dich von allem befreien, was nicht im Einklang damit ist und das bedeutet…


Loslassen. Loslassen. Loslassen.

Es wird einfacher mit der Zeit, vor allem, wenn du beginnst zu spüren, was als Ergebnis dessen passiert. Du beginnst dich frei zu fühlen, weit und leicht. Du schaffst Platz in dir und in deinem Leben für dich, dein wahres Ich, für das, was dir guttut, für das, was du wirklich willst und das dich erfüllt.

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