Lass die Vergangenheit hinter dir

Seit ich denken kann, sind meine Tagebücher der Ort für mich, an dem ich niemand anderes sein muss. Der Ort, an dem ich mich, meine Gedanken und meine Gefühle nie verstecken musste. Sie sind mein Ventil. Mein Therapie. Sie geben mir das Gefühl von Freiheit. Sicherheit. Sie sind ein Raum, um alles, was in mir vor sich geht, auszudrücken und Sinn darin zu finden. Viele Jahre bewahrte sie auf. Das älteste ging bis 2001 zurück.



Mich von ihnen zu trennen war unvorstellbar für mich.



In diesen Büchern standen nicht nur Worte. Dort standen meine intimsten Gefühle und Gedanken. Ich konnte darin einen Blick in mein inneres werfen, meine innere Welt von vor vielen Jahren, die lange voller Schmerz, Verzweiflung, Traurigkeit, Verwirrung und Einsamkeit gewesen ist.


Obwohl dort so viel Dunkelheit geschrieben stand, konnte ich mich nicht von ihnen trennen, denn…


Diese Tagebücher, waren sehr lange das Einzige in meinem Leben, dass mir Halt gab. Dass mir bewies, dass ich nicht verrückt bin, obwohl mir andere das sagten. Dass mir bestätigte, dass ich existiere, wenn ich es selbst nicht fühlte. Dass mir half meine Wahrheit zu finden und zu leben, obwohl die anderen versuchten mich zu kleinzukriegen.




Vor etwa einem Jahr schrieb ich davon, dass ich sie eines Tages loszulassen würde, dann, wenn ich so weit bin. Dieser Tag war nun da. Ich hatte meine Zeit gebraucht, um an diesen Punkt zu kommen und das ist in Ordnung. Alles zu seiner Zeit. Jeder in seinem Tempo.


Nun war ich bereit mich zu verabschieden — von meinen jüngeren Versionen, altem Ballast, meiner Vergangenheit und einem alten Leben. Es war kein magisches Ritual — es war echt, so, wie ich da saß, mit all dem Papier und einem geliehenen Aktenvernichter, stundenlang, tee-trinkend und tränen-wegwischend.


Ich konnte spüren, dass ich mit jedem Schnipsel Papier und jeder Träne immer leichter, weiter und freier wurde… Als ich den letzten Müllsack zuschnürt hatte und mir eine neue Tasse Tee kochte, fiel mein Blick auf die Botschaft des Teebeutels, den ich auspackte. Ich musste schmunzeln, als ich las, was darauf stand.


Lass die Vergangenheit hinter dir, dann wirst du weiterkommen.

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