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PMDS — 10 Tipps für depressive Phasen während der Menstruation


Ich schlüpfe in eine Leggins, ziehe dicke Socken an, nehme meine Tasse von dem noch immer nicht ausgepackten Umzugskarton, setze mich in mein Bett und atme tief durch. Nach einem Schluck Tee, ziehe ich meinen Laptop an mich heran, klappe ihn auf und wische mit meinem Pulloverärmel über den verstaubten Bildschirm. Netflix an, Kopf aus. Hier bleibe ich vorerst.


Für mindestens eine Woche versinke ich in Dunkelheit.


Manchmal sind es auch nur ein paar Tage, aber an fühlt es sich, als würde es nie wieder vorbeigehen, als würde dieser Zustand nie enden. Ich zweifle alles an — mein Leben, mich selbst, meinen Beruf, Wohnort, all meine Entscheidungen. Ich fühle mich hoffnungslos, gereizt, niedergeschlagen und unmotiviert. Mein Interesse verschwindet, für alles und jeden. Tiefe Selbstzweifel überkommen mich. Auch starke Wut. Alles fällt schwer, so dass ich mein alltägliches Leben in dieser Zeit pausieren muss. Ich schlafe schlecht, habe kaum Appetit, wenn, dann nur auf ungesunden Süßkram. Ich bin extrem empfindlich, weine viel und ziehe mich komplett zurück.


Mittlerweile weiß, ich dass einen Begriff dafür gibt, was ich und viele, viele andere Frauen erleben, wenn wir uns in der letzten Woche des Menstruationszyklus befinden.

PMDS — Prämenstruelle Dysphorische Störung.


Eine Bezeichnung für meine Beschwerden gefunden zu haben, hat mir allerdings nicht wirklich weitergeholfen, außer zu wissen, dass ich damit nicht alleine bin und PMDS anscheinend sehr verbreitet ist.


Lange bevor mir dieser Begriff begegnet ist und auch lange bevor mir ein Muster dieser Beschwerden bewusst wurde, habe ich — glücklicherweise — damit angefangen einen gesunden, liebevollen Umgang mit meinem Körper zu entwickeln.



Dieser Weg war nicht leicht, besonders dann nicht, wenn er nicht so funktionierte, wie ich es gerne gehabt hätte. Oft wurde ich sehr wütend, wütend auf ihn, darauf, dass er mich immer wieder aufs Neue mit Beschwerden konfrontiert und mich ein Mal im Monat völlig aus der Bahn wirft.

Doch mit der Zeit bin ich sanfter geworden und durfte sehr viel über mich lernen, über Hormone, meine Weiblichkeit, über meinen Zyklus und meine Menstruation, über meinen wundervollen (weiblichen) Körper und über die Verbindung zwischen ihm, meinem Geist und meiner Seele.



Das Buch von Louise Hay, Gesundheit für Körper und Seele, hat dafür schon vor vielen, vielen Jahren den Samen gepflanzt, denn dank ihr habe ich etwas sehr Wichtiges verstanden.



Es gibt immer eine Verbindung zwischen seelischem Leiden und körperlichen Symptomen.






Mittlerweile sind die depressiven Phasen und auch alle anderen Symptome während meiner Menstruation weicher geworden und nicht mehr so intensiv, wie sie einst waren.


Ich weiß, was ich brauche, wenn sie da sind — Menstruation, wie PMDS —, wie ich mich selbst unterstützen kann, weiß, dass sie eine Botschaft bringen und dass sie immer wieder vorbei gehen.


Ich sehe meine Periode als einen Prozess der Reinigung und meiner Weiblichkeit an. Ich sehe es als Möglichkeit mich intensiver mit mir selbst zu beschäftigen und die Beziehung zu mir, meinem Körper und meinem Leben zu überprüfen.



And I said to my body, softly, I want to be your friend. It took a long breath and replied, I have been waiting my whole life for this.



Heute teile ich mit dir meine Tipps und Ressourcen, die dich hoffentlich dazu inspirieren, einen gesunden, liebevollen Umgang mit deinem Körper — insbesondere bei PMS und PMDS — zu entwickeln.


Wie du weißt, glaube ich daran, dass alles einen Sinn hat — auch die Botschaften unseres Körpers. Allein mit dieser Einstellung kann sich schon etwas in dir und deinem Umgang mit ihm verändern.





1. Überwache deinen Zyklus

Meinen Zyklus zu überwachen war einer der ersten Schritte, den ich gegangen bin, um mich mit den depressiven Phasen, meiner Periode und den Zusammenhängen auseinanderzusetzen.


Wir durchlaufen vier Zyklusphasen und jede dieser Phasen bringt ihre ganz eigene Qualität mit sich. Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass du nicht immer dieselbe Energie zur Verfügung hast oder eben auch einmal im Monat depressive Phasen, Depressionen oder einfach nur das Bedürfnis nach mehr Me-Time hast.


Wenn du beginnst deinen Zyklus zu überwachen, wirst du Ruckzuck diese Muster erkennen und kannst dein Leben dementsprechend danach richten


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2. Überwache deine Stimmungen


Was ich damit meine, ist im Grunde ähnlich, wie die Menstruation zu überwachen. Da sich die depressiven Tage häufig so anfühlen, als würden sie nie vorübergehen, habe ich in meinem Journal eine Liste liegen, in der ich die Tage markiere, an denen es mir gut geht. Dafür habe ich einfach jeden Monat notiert und darunter die Tage aufgezählt. In etwa so.


Mai

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31

Juni

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30

Juli

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31



Die Tage an denen ich mich gut fühle, die guten Tage, die markiere ich farbig. Damit helfe ich mir mich daran zu erinnern, dass die dunklen Phasen auf jeden Fall vorbeigehen. Mir persönlich hilft diese kleine Liste und ich bin sehr dankbar für ihre kraftvolle Wirkung.




3. Achtsamkeit, Hingabe, Akzeptanz und Mitgefühl


Meine Gefühle, Bedürfnisse und Empfindungen ganz genau zu beobachten, ist zwar oft etwas herausfordernd, weil ich mich so allem stelle, was ist, aber gleichzeitig schenke ich mir so die Aufmerksamkeit, die ich in jedem Moment benötige.

So konnte ich bspw. beobachten, dass die Intensität der PMDS immer etwas mit meinen äußeren Lebensumständen zu tun hat. Die depressiven Verstimmungen sind viel intensiver, wenn ich, mein Leben oder etwas darin aus dem Gleichgewicht geraten ist. Ich konnte auch beobachten, dass mit jeder Menstruation ein neues Thema an die Oberfläche kommt, dass angesehen werden will. Oft ist es alter Schmerz oder offene Wunden.

Wenn ich dem dann mit Hingabe, Akzeptanz und Mitgefühl begegne und es auflöse, fühle ich mich danach noch stärker mit mir selbst verbunden. Dafür frage ich mich so oft wie möglich:


Was will gerade meine Aufmerksamkeit?

Was brauche ich jetzt?

Wie kann ich mir das geben, was ich brauche?

Dabei bin ich so liebevoll und verständnisvoll wie nur möglich, auch wenn das bedeutet, dass ich richtig laut in ein Kissen brüllen muss, wenn mir gerade danach ist.




4. Yin Yoga


Wenn du mich während meiner Menstruation sehen könntest, dann würdest du mich hauptsächlich dabei beobachten, wie ich Netflix schaue, vegane Schokoladenkekse esse oder Yin Yoga mache.


Eine ruhige und achtsame Yin Yoga-Stunde hilft mir während der Menstruation mich zu entspannen, herunterzufahren und meine Beschwerden zu lindern. Es hilft mir zu fühlen, liebevoll dem zu begegnen, was in mir vorgeht und den Widerstand gegen meine Erfahrung aufzugeben.

Yin Yoga ist das schönste Yoga, was es gibt — für mich




5. Frauenkörper — Frauenweisheit


Dieses Buch sollte jede Frau zu Hause in ihrem Regal stehen haben. Es ist ein Nachschlagewerk über das Wunderwerk in dem wir in diesem Leben zu Hause sind. Unserem Frauenkörper.


Christiane Northrup, eine Expertin der Frauenheilkunde, ist auch davon überzeugt, dass es eine Verbindung zwischen seelischem Leiden und körperlicher Krankheit gibt. Sie weiß, dass die Lebensumstände und die Geschichte einer Frau mit ihren gynäkologischen Störungen zusammenhängen. In ihrem Buch lese ich immer wieder, ganz egal, um was es geht.


Frauenkörper — Frauenweisheit — Christiane Northrup




6. Woman Code: Perfect your Cycle and Become a Power Source


Dieses Buch lese ich im Moment und ich finde es sehr spannend, weil es sich auf die Ernährung konzentriert, um die Hormone in den Einklang zu bringen.


Alisa Vitti sagt, dass ganz unabhängig davon, ob du an einer unregelmäßigen Periode, Fruchtbarkeitsproblemen, Depressionen oder mangelndem Sexualtrieb leidest, dass Medikamente und Antidepressiva nicht die einzigen Lösungen sind (ganz meine Meinung).


Dieses Buch ist sehr informativ und informiert dich auf leicht verständliche Weise über die Hormongesundheit.


WomanCode: Perfect Your Cycle and Become a Power Source




7. Krankheit als Symbol


Rüdiger Dahlke kennst du vielleicht bereits. Sein Buch "Krankheit als Symbol" ist ebenfalls ein Nachschlagewerk, in dem ich als erstes nachlese, wenn mein Körper mir Signale sendet.


In diesem Buch findest du die Botschaften, die dein Körper dir überbringen möchte.


Als ich es mal wieder mit einer Eierstockzyste zu tun hatte, fand ich daran die Information, dass unsere Eierstöcke für Kreativität stehen. Interessanterweise trat die Zyste genau in der Zeit auf, in der ich den RESET-Button letztes Jahr drückte und ich mich in keiner weise kreativ auslebte, es sogar stark vermisste.


Ob du es glaubst oder nicht, sobald ich wieder damit anfing zu zeichnen und zu schreiben, verschwand die Zyste dahin zurück wo sie herkam (wo auch immer das sein mag).


Krankheit als Symbol — Ruediger Dahlke




8. Jod


Jod ist ein essentielles Spurenelement und als wesentlicher Bestandteil der Schilddrüsenhormone für das Wachstum, die Entwicklung und zahlreiche Vorgänge im Körper sehr wichtig. Doch laut verschiedenen Untersuchungen ist Jodmangel verbreiteter als man allgemein annehmen möchte. Dabei benötigen all unsere Körperzellen Jod – ganz besonders das Gehirn und unsere Eierstöcke!


Mein Heilpraktiker stellte bei mir vor einigen Jahren einen starken Jodmangel fest. Danach fing ich vorsichtig mit der Einnahme der Lugolschen Lösung an. Was soll ich sagen, mein Zyklus, der bis dahin sehr unregelmäßig verlief, normalisierte sich und ich menstruiere jeden Monat wieder pünktlich — auf den Tag genau.


Jod - Schlüssel zur Gesundheit


Bitte informiere dich zuerst bei deinem Heilpraktiker oder Arzt, bevor du Jod supplementierst.




9. Nahrungsergänzungsmittel


Nahrungsergänzungsmittel können uns dabei helfen unseren Zyklus und Hormonhaushalt wieder in den Einklang zu bringen. Deshalb nehme ich u.a. einen Female Balance Komplex und Mönchspfeffer regelmäßig ein.


Mönchspfeffer hat bspw. eine regulierende Wirkung auf den weiblichen Zyklus und kann helfen PMS-Symptome zu lindern. Mir gibt es ein gutes Gefühl meinen Körper mit dem zu versorgen, was er braucht. Doch nur ein paar Kapseln zu schlucken reicht nicht aus.


Was mich zu dem nächsten Punkt führt.




10. Vegane Ernährung


Warum ich das hier als Tipp mit aufführe? Ganz einfach, weil pflanzliche Ernährung gesund ist (was mittlerweile mehrfach wissenschaftlich bestätigt ist) und eine gesunde Ernährung unseren Körper und unsere Hormone dabei unterstützt zurück ins Gleichgewicht zu finden und gesund zu werden.


Ich werde jetzt nicht mit Fakten um mich werfen, sondern teile stattdessen das Buch, welches mich zu dieser Entscheidung damals bewegt hat. Es heißt Skinny Bitch und ich habe es vor über 10 Jahren zum ersten Mal gelesen. Ich hatte wusste nichts über den Inhalt, nur der sehr spezielle Titel sprach mich damals an.


Seitdem habe ich kein Fleisch mehr gegessen. (Halt, stimmt nicht. Es gab eine Ausnahme!)


Was ich dir noch von ganzem Herzen empfehlen möchte, ist die Dokumentation The Game Changers. Wenn ich nicht schon vegan gewesen wäre, dann spätestens nach dieser unglaublich guten Dokumentation. Must-see!



PS. Die Pille nehme ich übrigens seit über zehn Jahren nicht mehr. Es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens damit aufzuhören diesen synthetischen Hormoncocktail einzunehmen. Vielleicht sind sogar danach die Depressionen zum ersten Mal aufgetreten, ich weiß es nicht. Wenn dem so ist, bin ich dennoch froh sie abgesetzt zu haben, denn ich will diese Erfahrungen, die mein Körper macht, auf keinen Fall wegdrücken.

Alles, was ich teile, basiert auf meinen persönlichen Erfahrungen. Bitte setz dich damit gründlich auseinander, bevor du etwas übernimmst, wie bspw. Nahrungsergänzungsmittel. Was für mich funktioniert, muss nicht automatisch auch für dich funktionieren. Mein Körper ist nicht dein Körper. Nutz die Informationen als Inspiration dich mehr mit dem Thema zu beschäftigen und adaptiere das, was für dich und deinen Körper richtig ist.

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